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Persil macht weiß – aber nicht weise

Persil macht weiß – aber nicht weise

Weiße Weihnachten wünschen sich die Meisten. Weiße Wäsche wünscht sich jeder. Das kann jedoch zu Problemen mit der Nachbarschaft führen. Und das kann skurile Ausmaße annehmen.

Ein älteres Ehepaar in Icking bei Starnberg fühlte sich, ob des Waschmittelgeruchs aus einem Nachbarhaus, gestört und reichte Klage ein. Es zöge immer dann, wenn dort der Wäschetrockner laufe, der Geruch von Waschmittel den Hang hinunter, just in den Garten des beeinträchtigten Ehepaars. Obst und Gemüse im Garten nähmen den Geschmack an und gesundheitliche Probleme seien der Waschmittelduftexposition geschuldet.

Die vorsitzende Richterin will nun offenbar die Ernsthaftigkeit der Klage prüfen und ein Gutachten in Auftrag geben. Dazu müsste das Kläger-Ehepaar mit 8.000 EUR in Vorleistung gehen. Und da die Geruchsbelästigung nach Angaben der Kläger je nach Wetter variiert, müsste der Gutachter mehrmals anrücken, was die Kosten auf 25.000 EUR in die Höhe treiben würde. Auch dieser Betrag müsste vorgestreckt werden. Ob man das Geld besser anlegen könnte, um den Streit beizulegen? Für einen neuen Trockner etwa? Ich wage zu behaupten, das würde den Streit nicht wirklich lösen. Der Streit um den Wäscheduft ist wohl eher eine Blüte eines tieferliegenden Problems.

Lieber Petrus, sollte es mit den weißen Weihnachten nicht klappen, dann schicke bitte wenigstens eine ordentliche Ladung Weisheit auf die Erde. Wir können’s gebrauchen!

Zum tiefer Lesen: Artikel – Ickinger „Persil-Streit“